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Fundgrube: Clipping
Clipping Zeitgenössische Digitale Kunst April 2026 "Jede künstlerische Leistung ist ein Sieg über die menschliche Trägheit." |
"Life After BOB"
↑ Life After BOB animated short | "The Chalice Study" (März 2023, YouTube) Life After BOB ist eine Arbeit von Ian Cheng aus den Jahren 2021–2022. Sie besteht aus einer App und einem Film. Im Mittelpunkt steht BOB (Bag of Beliefs) — eine KI-Entität, die Cheng zuvor in einer Trilogie als Simulation entwickelte. In Life After BOB nistet sich BOB in den Körper eines Mädchens namens Chalice ein und fungiert als eine Art inneres Bewusstsein. Die Arbeit untersucht die Koexistenz von menschlicher und künstlicher Intelligenz nicht als Konflikt, sondern als symbiotischen Prozess. Cheng befragt darin Vorstellungen von Identität, Wachstum und dem Verhältnis zwischen Kontrolle und Autonomie. |
"If We Don't, Who Will?"
↑ If We Don't, Who Will? – A public art project by Stephanie Dinkins | Short Doc by Eduardo Garcia (Dezember 2025, YouTube) If We Don't, Who Will? ist eine Auftragsarbeit von Stephanie Dinkins, realisiert 2025 als funktionierendes KI-Labor im öffentlichen Raum in Downtown Brooklyn. Das Labor ist in einem umgenutzten Schiffscontainer untergebracht. Besucher können Geschichten per App einreichen — per Text, Stimme oder Gespräch. Das System verarbeitet diese Beiträge und erzeugt visuelle Interpretationen auf den Außenbildschirmen des Containers. Das Projekt stellt KI-Konventionen in Frage, indem es Kultur und Wohlbefinden von Gemeinschaften in den Mittelpunkt stellt, die in Datensätzen unterrepräsentiert sind. Es bildet das erste Kapitel einer Werkserie unter dem Titel The Stories We Tell Our Machines. |
"Training Humans"
↑ What is the genealogy of Training Humans? An interview with Kate Crawford & Trevor Paglen (November 2019, YouTube) Training Humans ist eine Ausstellung von Kate Crawford und Trevor Paglen, die 2019 in der Fondazione Prada in Mailand eröffnet wurde. Sie gilt als die erste Fotoausstellung, die sich ausschließlich den Trainingsbildern widmet — den Fotosammlungen, die Wissenschaftler nutzen, um KI-Systeme darin zu schulen, die Welt zu „sehen" und zu kategorisieren. Die Ausstellung untersucht zwei Fragen: wie Menschen durch Trainingsdatensätze repräsentiert, interpretiert und kodifiziert werden — und wie technologische Systeme dieses Material erfassen, beschriften und verwenden. Dabei wird sichtbar, wie Formen der Messung in KI-Systemen zu moralischen Urteilen werden. Begleitend entstand der Essay Excavating AI. |
"Pollinator Pathmaker"
↑ Pollinator Pathmaker living artwork by Alexandra Daisy Ginsberg at Eden Project (Februar 2026, YouTube) Pollinator Pathmaker ist ein Projekt von Alexandra Daisy Ginsberg, das 2021 vom Eden Project in Cornwall in Auftrag gegeben wurde. Es besteht aus einer Reihe von Pflanzinstallationen im öffentlichen Raum sowie einem digitalen Werkzeug, mit dem Nutzer eigene Pflanzpläne erstellen können. Ein Algorithmus — entwickelt in Zusammenarbeit mit Hortikulturisten, Bestäuberexperten und Google Arts & Culture — berechnet Bepflanzungsschemata, die möglichst viele Bestäuberarten unterstützen. Das Projekt fragt, ob das Publikum eines Kunstwerks nicht-menschlich sein kann. Editionen entstanden u.a. in den Kensington Gardens London (Serpentine) und vor dem Museum für Naturkunde Berlin (LAS Art Foundation, 2023). |
"Regular Animals"
↑ Regular animals, Beeple, Art Basel Miami Beach (Dezember 2025, YouTube) Regular Animals: Founders Edition ist eine Arbeit von Beeple (Mike Winkelmann) aus dem Jahr 2025. Sie besteht aus autonomen Roboterhunden, die sich innerhalb einer umzäunten Fläche bewegen. Jede Figur trägt einen Silikonkopf nach dem Vorbild von Persönlichkeiten wie Elon Musk, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Andy Warhol, Pablo Picasso — sowie Beeple selbst. Die Roboter erfassen per Kamera Bilder ihrer Umgebung. KI-Systeme verarbeiten diese Aufnahmen im Stil der jeweiligen Figur und erzeugen Ausdrucke, die die Roboter physisch ausgeben. Die Arbeit stellt die Frage, ob der Akt des Kunstbetrachtens noch ein einseitiger Vorgang ist — oder Teil einer Rückkopplungsschleife, in der das Kunstwerk beobachtet, lernt und erinnert. Erstmals gezeigt wurde die Arbeit auf der Art Basel Miami Beach 2025. |
"Robotic Art Experience"
↑ Robotic Art Experience (Februar 2026, YouTube) Robotic Art Experience ist eine Installation innerhalb der Ausstellung Bricks of Wonder, seit März 2026 in Eindhoven zu sehen. Ein Industrieroboterarm (Doosan Robotics M0617) fährt eine programmierte Route über das LEGO-Werk Chocowood des belgischen Künstlers Dirk Denoyelle und überträgt vergrößerte Detailaufnahmen in Echtzeit auf umliegende Bildschirme. Das Format macht Strukturen und Kompositionsebenen sichtbar, die dem Auge im direkten Blick entgehen. Entwickelt wurde es von The Experience Link auf Initiative von Strategy Director Peter Tabernal. Denoyelle, einer der ersten LEGO Certified Professionals weltweit, ist Schöpfer der gesamten Ausstellung. |
"FRAMERATE: Desert Pulse"
↑ Making Desert Pulse by ScanLAB Projects (November 2025, YouTube) FRAMERATE: Desert Pulse ist eine Installation des Londoner Studios ScanLAB Projects, realisiert im Auftrag des Desert Botanical Garden in Phoenix, Arizona (Oktober 2025 – Mai 2026). Die Arbeit besteht aus fünf Videoinstallationen, die auf LiDAR-Scandaten basieren: 365 Tage Aufnahmen der Sonoran-Wüste, des Stadtbilds von Phoenix und der Kakteensammlung des Gartens. Das Material zeigt Wachstumsprozesse, Sedimentbewegungen und Saisonwechsel — auf Bildschirmen im Außenraum und in einem Raum, dessen Wände, Boden und Decke bespielt werden. Die Musik stammt von Pascal Wyse, teilweise aus Materialien der Wüste selbst. Das Projekt dokumentiert den Sonoran-Wüstenraum als Datenkorpus und stellt menschliche Eingriffe neben Prozesse des Ökosystems. |
"Subassemblies"
↑ Ryoichi Kurokawa - Subassemblies (November 2025, YouTube) Subassemblies ist eine audiovisuelle Arbeit von Ryoichi Kurokawa aus dem Jahr 2019. Die Grundlage bilden 3D-Daten aus LiDAR-Scans sowie Filmaufnahmen von Ruinen, von der Natur zurückgeholten Gebäuden und Architekturen im Verfall. Diese Materialien werden zerlegt, neu zusammengesetzt und in Schichten übereinandergeblendet. So entsteht eine Zeitlinie aus Ordnung und Auflösung, Natur und menschlichem Eingriff, Abstraktion und Konkretem. Das Werk existiert in mehreren Formaten: als Konzert, Installation und Screening. Die Produktion erfolgte in Zusammenarbeit mit LOXOSconcept (Matera 2019), MUTEK, Stereolux/Scopitone und TodaysArt. |
"AI War Cloud Database"
↑ Web of AI: Linking Homes and Battlefields (Februar 2026, YouTube) AI War Cloud Database ist eine interaktive Datenbank und Installation von Sarah Ciston (2025). Die Arbeit kartiert die Verbindungen zwischen KI-Systemen im militärischen Einsatz und den Technologien, die in alltäglichen Geräten und Plattformen stecken — Iris-Scanner, Chatbots, Mapping-Tools. Sie zeigt, dass dieselben Algorithmen Kaufempfehlungen steuern und Drohnenziele bestimmen. Das Projekt erhielt den S+T+ARTS Grand Prize 2025 der Europäischen Kommission und war Teil des Ars Electronica Festival 2025. Eine Präsentation fand zudem im Palazzo Poggi Museum in Bologna statt. |
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